Schön, dass wir solche Heimatabende aus dem Mitgliederstamm der Derendorfer Jonges stemmen können. Unser Mitglied Manfred Hebenstreit hielt einen tollen Vortrasg zur Geschichte des Düsseldorfer Zoos, der im Zoopark vor 150 Jahren eröffnet wurde. Er gab spannende Einblicke in eine selten gehört Geschicht. Die Mitglieder quittierten den Vortrag mit etlichen Nachfragen zu den Zeugnissen, die heute noch existieren und am Ende mit viel Applaus.
Der Düsseldorfer Zoo wurde 1876 im damaligen Vorort Düsseltal eröffnet und gehörte zu den ersten großen zoologischen Gärten im Rheinland. Auf Anregung des berühmten Autors Alfred Brehm Initiiert von einer privaten Zoologischen Gesellschaft, sollte er Wissenschaft, Bildung und Erholung miteinander verbinden.
Auf einem rund 13 Hektar großen Gelände entstanden großzügige Tieranlagen, Teiche und Spazierwege. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung entwickelte sich der Zoo zu einem beliebten Ausflugsziel für Düsseldorfer und Besucher aus der Region.
Seine größte Blütezeit erlebte der Tierpark in den 1920er- und 1930er-Jahren. Mehr als 1.000 Tiere aus allen Kontinenten – darunter Elefanten, Löwen, Bären, Affen und zahlreiche exotische Vogelarten – machten den Zoo zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Hunderttausende Gäste besuchten jährlich die Anlage, die als Ort der Erholung ebenso geschätzt wurde wie für ihre Bedeutung in der Natur- und Tierkunde.
Aus heutiger Sicht besonders bedrückend ist ein dunkles Kapitel der Zoogeschichte: Wie zahlreiche zoologische Gärten in Europa veranstaltete auch der Düsseldorfer Zoo Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts sogenannte „Völkerschauen“. Dabei wurden Menschen aus Afrika, Asien und anderen Teilen der Welt in nachgebauten Dörfern vor Publikum präsentiert und als vermeintlich „exotische“ Attraktionen zur Schau gestellt. Diese Inszenierungen spiegelten das koloniale und rassistische Weltbild ihrer Zeit wider und dienten der Unterhaltung sowie der Bestätigung angeblicher kultureller Überlegenheit Europas. Initiator dieser Schauen war Carl Hagenbeck, der nicht nur Tiere importierte sondern auch Menschen.
Die Erfolgsgeschichte des Düsseldorfer Zoos nahm im zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Bei den schweren Luftangriffen auf Düsseldorf im Jahr 1943 wurden große Teile des Zoos zerstört. Viele Tiere kamen in den Bombennächten ums Leben, andere mussten aus Sicherheitsgründen getötet oder in andere Zoos gebracht werden. Die Gebäude und Gehege lagen weitgehend in Trümmern.
Nach Kriegsende fehlten Geld und Ressourcen für einen Wiederaufbau. Die Stadt entschied sich deshalb gegen die Wiedereröffnung des Zoos. Das Gelände wurde in den heutigen Zoopark umgewandelt. Heute erinnern nur noch der Name des Parks, einzelne historische Spuren und alte Fotografien an den einst prachtvollen Tiergarten – ein bedeutendes, aber fast vergessenes Kapitel der Düsseldorfer Stadtgeschichte.
Vielen Dank an Manfred Hebenstreit für diesen tollen Vortrag!










